Archiv des Autors: Borgi

Weinschenke Vineria Paradeis

LagederAm südlichsten Zipfel der Südtiroler Weinstraße liegt Magrein, eine der letzten fast noch unberührten Idyllen der Region. Hier ist das Weingut von Alois Lageder, seit fünf Generationen in Familienbesitz. Lageder hat sich in den letzten Jahren weit über die Landesgrenzen hinaus einen Namen gemacht – als Produzent herausragender Weine und als Botschafter einer ganzheitlichen Unternehmensphilosophie. 2004 stellt er seine rund 60 Hektar großen Weinberge auf biodynamischen Anbau um, drei Jahre später werden die ersten Weine erfolgreich nach Demeter zertifiziert. Gekeltert aus den klassischen Rebsorten Südtirols und sortenrein ausgebaut spiegeln sie das ganze Spektrum der Anbauregion wider.

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Direkt am alten Dorfplatz finden wir die zum Weingut gehörende Weinschenke Vineria Paradies. Zeitgemäße Architektur in historischen Mauern, ein Ort zum Verweilen und Genießen. Der ideale Platz, um die Welt und die Weine von Alois Lageder besser kennenzulernen und bei einem Glas Wein im kopfsteingepflasterten Innenhof die Zeit zu vergessen. Betört vom Duft mediterraner Pflanzen, Zitronen und Orangen, Jasmin und Granatapfel genießen wir zum Wein regionale, vorwiegend vegetarische Köstlichkeiten aus der Küche des jungen, engagierten Josef Affenzeller.

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Nur in wenigen Gasthöfen findet man auf der Speisekarte heute noch die Turtres oder Tirtlan, die Appenzeller als ersten Gruß aus der Küche serviert. Die frittierten Teigtaschen sind mit Spinat und Quark gefüllt und ein köstliches Beispiel für die traditionell eher schlichten Gerichte der ladinischen Bauernküche. Ihr Motto: Das Beste aus dem machen, was die Natur bereithält.

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Heute ist die Südtiroler Küche eher fleischlastig. Doch Affenzellers Mutter war nicht nur eine leidenschaftliche Köchin, sondern auch eine Gemüseliebhaberin. „Von ihr habe ich viele alte, fleischlose Rezepte übernommen. Hier in der Region gibt es ein gutes Gemüseangebot. Man muss beim Kochen halt in anderer Richtung kreativ werden und auch darauf achten, dass die Zutaten nicht nur geschmacklich, sondern auch farblich harmonieren.“ Mit seinem gefüllten Topfen-Lauch-Palatschinken, angerichtet auf einem Bett aus geschmorten Gemüsewürfeln, ist ihm das hervorragend gelungen.Lageder_2

Infos: Alois Lageder (Weingut mit Weinschenke Vineria Paradeis), St. Gertraudplatz 5, I-39040 Margreid, Tel: +39 0471 809 580
Mehr … www.aloislageder.eu

Karkloof Safari Spa, KwaZulu Natal, Südafrika

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Der wahre Luxus sind heute Raum, Zeit und gute Produkte. Davon ist Fred Wörner, erfolgreicher südafrikanischer Unternehmer mit deutschen Wurzeln, überzeugt. Und deshalb hat er sich (und seinen Gästen) mit dem 5-Sterne Eco Reservat Karkloof Safari Spa einen Herzenswunsch erfüllt. Auf dem 3.500 Hektar großen Wildlife Retreat entstanden 16 luxuriöse, individuell gestaltete Villen im landestypischen Stil, die sich großzügig um eine zentrale Lodge mit Restaurant, Bibliothek, Bar und Kaminzimmer gruppieren.

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Lodge, Spa (das größte in Afrika) und die Villen sind harmonisch eingebettet in die landschaftliche Schönheit der KwaZulu Natal Midlands, gut eine Autostunde entfernt von der quirligen Metropole Durban. Das Wild-Reservat ist die Heimat von Wasserbüffeln, Nashörnern, Flußpferden, Giraffen, Zebras, Antilopen, Warzenschweinen, Affen,  Schakalen und über 300 Vogelarten. Einigen von ihnen begegnen wir in den Gute-Nacht-Geschichten wieder, die jeden Abend als Betthupferl auf unserem Kopfkissen liegen.

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In dieser paradiesischen Umgebung spielt die Zeit keine Rolle – Timelessness heißt das Zauberwort. Restaurant, Küche, Bar und der Spa haben rund um die Uhr 24 Stunden geöffnet. Safari bei Sonnenaufgang,  Bamboo Dancing im Spa am Mittag, Picknick im Abendrot am Karkloof-Wasserfall … Hier bestimmt der Gast seinen ganz persönlichen Tagesablauf. Wir geben gedanklich schon beim Einchecken unsere Uhren ab und werden sie in den nächsten acht Tagen keine Sekunde vermissen. Ein wunderbares Gefühl.

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Karkloof Spa, das bedeutet All inclusive auf höchster Ebene. Alles, was wir während unseres Aufenthalts genießen, ist im Preis inbegriffen – Limousinenservice zum Flughafen, Safari, Angelausflüge, Spa Treatments, Personal Trainer und Detox-Ernährungsberatung. Das gilt auch für alle Getränke inkl. der Drinks an der Bar, Bier, Wein, Smoothies sowie für die täglich nach meinen Wünschen aufgefüllte Minibar in der Urlaubsvilla. Die Küche verwendet vorwiegend Bio-Produkte, alle Gerichte werden frisch zubereitet, Healthy Toast, Muffins und Croissants selbst gebacken. Auf der kleinen, feinen Karte findet man regionale Fleisch- und Fischspezialitäten sowie ein täglich wechselndes Rohkost-Menü. Die Rezepte dazu nehmen wir als Souvenir mit nach Hause.

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Der Weinkeller des Karkloof ist gut bestückt und lädt zu genussvollen Entdeckungsreisen in die Welt der südafrikanischen Weine ein. Wir entscheiden uns am letzten Abend für einen ganz besonderen Tropfen, einen Pinotage 2010 vom Weingut Seiner Majestät König Goodwill. Der Zulu-König baut auf 100 Hektar Wein an und vermarktet ihn unter dem Namen Bayede! (Es lebe der König!). Nach einigen Gläsern stimmen wir voller Überzeugung in den Lobruf ein.

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2012 wurde das Karkloof Spa als Best Safari Spa Africa und als Best Luxury Destination Spa in Africa ausgezeichnet. Zu Recht, denn es gehört zu den magischen Plätzen, an denen wir uns sofort geborgen fühlen. Und schon bald das Gefühl haben, zumindest schon einmal einen ersten Blick ins Paradies geworfen zu haben.

GiraffeInfo: Karkloof Spa, Ihlanze Ranch, Otto’s Bluff Road, Pietermaritzburg, 3231, Südafrika. Tel: +27 (0) 33 569 1321.

Mehr … www.karkloofspa.com

Barcelò Asia Gardens Hotel

Alicante_1Manchmal liegt das Urlaubsparadies direkt vor der Haustüre. Nur knapp drei Flugstunden trennen die Münchner Großstadt-Geschäftigkeit von der tropischen Idylle des 5-Sterne Resorts Asia Gardens an den Berghängen der Sierra Cortina im Hinterland von Alicante. Auf den ersten Blick verwirrt der authentisch-asiatische Stil, der sämtliche Facetten des Resorts prägt und ihm seinen ganz besonderen Charakter verleiht. Thailand an der spanischen Costa Blanca – macht das Sinn? Doch während man noch darüber nachdenkt, nimmt einen das Refugium mit seiner weitläufigen Poollandschaft und den tropischen Gärten schon gefangen.

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Bei aller Üppigkeit: Mit der Verwendung von Ressourcen, insbesondere mit dem in der Region sehr knappen Wasservorkommen, geht das Resort sparsam um. Zum Gießen der großen Gartenflächen sowie zur Speisung der Wasserfälle wird recyceltes Wasser genutzt. Die Pools werden mit geothermischer Energie geheizt. Das saftige Grün der 30.000 Quadratmeter großen Gartenanlage, der betörende Duft exotischer Blumen und das fernöstliche Interior Design der 312 individuell gestalteten Zimmer und Suiten geben der Hotelanlage eine Aura von Harmonie und Ruhe. Für das leibliche Wohlbefinden ist der französische Küchenchef Olivier Ramos verantwortlich.

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Die Balance zwischen Körper und Geist findet man im Thai Spa wieder, dessen Therapeuten alle aus der renommierten Schule des Wat Po Tempels in Bangkok kommen. Spätestens beim Nightcap in der Champagne Bar ist man sich sicher: Ja, der kurze Weg ins spanische Thailand ist oft klüger als die lange Reise zum Original auf der anderen Seite der Erde.

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Infos: Barcelò Asia Gardens Hotel, Rotonda del Fuego, Terra Mitica, 03502 Alicante. Tel: +34 (0) 966 81 84 00
Mehr …  www.asiagardens.es

Gebratener Skrei mit Balsamico Linsen und Zucchini

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Mitte Januar beginnt die von Fischfreunden ungeduldig erwartete Skrei-Saison. Dieser Kabeljau wird nur von Januar bis April vor der norwegischen Küste gefangen. Der Skrei, wie der Winterkabeljau in Norwegen heißt, hat ein aromatisches, weißes, festes und dennoch zartes Fleisch. Schon zu Zeiten der Wikinger hat er Norwegen und seine Bewohner reich gemacht. Nicht nur deshalb begegnen die Norweger dem Wanderer (norwegisch: Skrei) mit besonderem Respekt. Mindestens fünf Jahre verbringt der Skrei in den arktisch-kalten, nährstoffreichen Gewässern der Barentsee, bevor er sich auf die Reise zu den Lofoten macht. Nach einer über 800 Kilometer langen Wanderung treffen jedes Jahr im Januar riesige Skrei-Schwärme an der norwegischen Küste ein, um dort zu laichen. Bis heute wird der Skrei hauptsächlich auf traditionelle Weise gefangen: mit Angeln, kleineren Netzen und Langleinen. Die Fangquoten sind streng reglementiert.
Zubereitungszeit: ca. 1 Stunde
Rezept für 4 Personen

Trasimeno-Bohnenplätzchen mit geschmortem Radicchio

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Die kleinen feinen Trasimeno-Böhnchen wurden bereits in der Antike von Etruskern und Römern angebaut. Jahrhundertelang war die bunte Trasimeno-Bohne mit der weichen Schale und den leicht süßlichen Kräuteraromen eine wichtige Proteinquelle für die einheimische Bevölkerung rund um den Trasimenischen See. Gesund und zugleich äußerst wohlschmeckend. Ihr Nachteil: Sie muss von Hand angebaut und über Wochen geerntet werden, denn die Pflanze bringt gleichzeitig Blüten und Früchte hervor. 1 Stunde braucht ein geübter Pflücker, um 1 kg Bohnen zu ernten. Deshalb stellten viele Landwirte auf ertragreichere Intensivkulturen um. Mit den hochgezüchteten Industriebohnen konnte die Trasimeno-Bohne wirtschaftlich nicht mithalten. Geschmacklich allerdings ist sie die ungekrönte Königin der Bohnen. Seit 2000 steht “La Fagiolina del Trasimeno” unter dem Schutz von Slow Food.
Zubereitungszeit: 30 Minuten / Ruhezeit: 1 Stunde
Rezept für 2–3 Personen

Blini mit Räucherlachs

Blini

Blintschiki nennen die Russen liebevoll die kleinen dicken Pfannkuchen aus Buchweizenmehl, die meist mit saurer Sahne und herzhaften oder süßen Beilagen gegessen werden. Traditionell werden Blini in einer gusseisernen Pfanne gebacken, die etwa so groß ist wie eine Untertasse. Sie sind wichtiger kulinarischer Bestandteil der russischen Fastnachtswoche. Mit ihrer runden Form und der goldenen Farbe symbolisieren sie die Sonne und sollen den langen Winter vertreiben. Übrigens: Anders als es der Name vermuten lässt, ist Buchweizen weder mit der Buche noch mit dem Weizen verwandt. Er ist ein Scheingetreide. Seinen deutschen Namen verdankt er der Tatsache, dass seine ungeschälten, braunen, dreikantigen Früchte aussehen wie kleine Bucheckern, die Nüsse der Buche. Sie können ähnlich wie Weizen gemahlen und verarbeitet werden.

Zubereitungszeit: 30 Minuten / Ruhezeit: 1 Stunde
Rezept für 2 Personen

Hokkaido-Auberginen-Lasagne

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Mit über 800 Sorten gilt der Kürbis, eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt, als ein Symbol für die Vielseitigkeit der Natur. Im Bio-Anbau ist der 1–2 Kilogramm schwere Hokkaido besonders beliebt, denn seine dicke Schale macht ihn fast resistent gegen Schädlinge. Köche und Feinschmecker schätzen den kleinen Kürbis mit dem orangegelben, knackigen Fruchtfleisch nicht nur wegen seines aromatischen, nussigen Geschmacks, sondern auch, weil man seine Schale mitessen kann.

Zubereitungszeit: ca. 1 Stunde
Rezept für 4 Personen

 

Süßer Flammkuchen

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Knusprig, saftig und hauchdünn. Flammkuchen, auch Flammekueche oder Tarte flambée genannt, sind eine alte Elsässer Tradition. Ursprünglich wurden die kleinen dünnen Teigfladen in den öffentlichen Backhäusern gebacken, um die Hitze der mit Holz befeuerten Öfen zu prüfen. Waren die “Flammkuchen” in 2–3 Minuten fertig, hatte der Ofen die richtige Temperatur zum Brotbacken. Die Liebe der Elsässer zu ihrem Flammkuchen ist bis heute ungebrochen. Rund ums Jahr werden sie in vielen Gasthöfen und Restaurants auf großen Holzbrettern serviert. Der Belag variiert je nach Region und Saison: Crème fraîche, Zwiebeln und Schinkenspeck (der Klassiker), Münster- oder Blauschimmelkäse und frische Waldpilze (der Herzhafte), Lachs, Ziegenkäse und Feigen (der Trendsetter) oder Apfel/Birne, Zucker und Zimt (der Süße).

Zubereitungszeit: 20 Minuten
Rezept für 2 Personen

Schweinekotelett mit Graupenrisotto

Kotelett

Eine alte Küchenweisheit besagt: Am Knochen gebratenes Fleisch schmeckt am besten, denn die Knochen halten das Fleisch schön saftig. Der Grund dafür: Das Fleisch gart in diesem Bereich langsamer als am Rand und ist deshalb innen noch zart, wenn es außen schon knusprig ist und ein wenig trocken wird. Deshalb entfernt man bei Koteletts den Knochen erst nach dem Braten.
Ein bisschen Warenkunde: Graupen sind kleine, rundgeschliffene und polierte Gersten- oder Weizenkkörner. Sie werden von den nährstoffreichen Randschichten und dem fetthaltigen Keimling befreit, bis nur noch der stärkehaltige Mehlkörper übrig bleibt. Meist verwendet man sie als Einlage für Suppen und Eintöpfe oder anstelle von Reis für herzhafte oder süße Gerichte. Hier sind sie die Basis für einen leckeren Gemüserisotto, der auch ohne Kotelett ausgezeichnet schmeckt.
Zubereitungszeit: ca. 1 Stunde
Rezept für 2 Personen

Frittata mit Mönchsbart

Frittata_MönchsbartEiner der ersten kulinarischen Frühlingsboten von Italiens Küsten ist der Mönchsbart (Barba di Frate). Das Wildkraut mit den knackigen grünen Stielen, die optisch ein wenig an Schnittlauch erinnern, hat ein säuerlich-salzig-erdiges Aroma. Es schmeckt ungefähr wie eine Kreuzung aus Sauerampfer und Spinat mit einer Prise Meer. In Italien ist es eine beliebte Beilage zu Fischgerichten. Aber auch für Salate und Pastagerichte eignet sich der vitaminreiche Mönchsbart sehr gut. Die Saison ist kurz: Sie beginnt Mitte Februar und dauert nur sechs Wochen.

Zubereitungszeit: ca. 20 Minuten
Rezept für 2 Personen